Freitag, 20. Juli 2012

Diskussion über Beschneidungen (1): Gleiches Recht für Jungen und Mädchen?!

Ich lehne die Beschneidung von Säuglingen und unmündigen Kindern aus medizinisch nicht zwingenden, zum Beispiel religiösen Gründen ab. In loser Folge werde ich in den kommenden Wochen hier die Argumente der Befürworter von Beschneidungen kommentieren:

Behauptung 1: "Die Beschneidung von Jungen kann nicht mit der von Mädchen verglichen werden. Beschneidugen von Mädchen müssen weiter verboten bleiben"

Es gibt eine ganze Reihe von Formen der Beschneidung bei Mädchen, die tatsächlich nicht mit der Entfernung der Vorhaut bei Jungen vergleichbar sind. Bei ihnen handelt es sich ganz offensichtlich um Verstümmelungen. Sie sind strafbar und müssen es auch bleiben. Andererseits gibt es auch die Klitorishautbeschneidung, die vergleichbar mit der Entfernung der Penisvorhaut ist. Beide Eingriffe werden aus kosmetischen, medizinischen und kulturellen/religiösen Gründen durchgeführt. Wer sich für die Legalisierung der Beschneidung von Jungen einsetzt, muss sich konsequenterweise aus den gleichen Gründen auch für die Legalisierung dieser vergleichbaren Beschneidungsform bei Mädchen einsetzen. Will man das nicht, müsste man erklären, warum Jungen weniger schutzbedürftig als Mädchen sind. Hätte so eine Ungleichbehandlung bei einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht wohl Bestand?

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