Behauptung 2: "Die Entfernung der Penisvorhaut hat viele Vorteile. Der Sex wird besser. Man kann länger. Es ist ist hygenienischer und reduziert das Risiko verschiedenster sexuell übertragbarer Krankheiten."
Diese Argumente überzeugen schon allein deswegen nicht, weil wir hier über die Beschneidung von Säuglingen und Kindern reden, die keinen Geschlechtsverkehr haben.
Darüberhinaus sind die behaupteten Vorteile umstritten. In einer Studie von 2006 wurden Männer befragt, die bereits vor ihrer Beschneidung im Erwachsenenalter sexuell aktiv waren:
Es gab keine bemerkenswerten Unterschiede im Sexualtrieb, bei der Erektion, Ejakulation und der Zeit zwischen Ejakulationen bei beschnittenen und unbeschnittenen Männern. 48 Prozent der Befragten, die auch vor der Beschneidung sexuell aktiv waren, gaben an, danach weniger Spaß am Masturbieren zu haben. 63 Prozent sagten, die Selbstbefriedung sei schwieriger geworden. 20 Prozent gaben an, ihr Sexualleben habe sich durch die Beschneidung verschlechtert.
Auch dass beschnittene Penisse hygienischer seien oder weniger anfällig für Krankheiten, ist mindestens umstritten. Es gibt Studien, die das genaue Gegenteil nahe legen. Andere Studien widerum zeigen, dass Beschneidungen das Risiko, an bestimmten sexuell übrtragbaren Krankheiten zu erkranken mindern, dafür aber andere sexuelle Erkrankungen zunehmen. Der beste Schutz gegen HIV und andere Geschlechtskrankheiten ist außerdem immer noch die Verwendung eines Kondoms. Und regelmäßiges Waschen sollte selbstverständlich sein.
Um es noch einmal zu betonen, alle diese Argumente greifen nicht, da wir über Kinder und Babys sprechen, die keinen Geschlechtsverkehr haben. Ob sie sich später aus hygienischen Gründen beschneiden lassen wollen, können sie SELBST entscheiden, wenn sie alt genug sind.
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